Ende September kommt in vielen Schlafzimmern der Moment, in dem die leichte Sommerdecke nicht mehr reicht. Morgens ist es klamm, abends wird die Heizung zum ersten Mal aufgedreht, und plötzlich stellt sich die Frage, welche Decke eigentlich in den Schrank gehört und welche aufs Bett. Bei uns im Studio hören wir diese Frage jedes Jahr um diese Zeit. Deshalb hier die Punkte, auf die es tatsächlich ankommt.
Erst das Zimmer, dann die Decke
Die Wärmestufe einer Bettdecke lässt sich nur sinnvoll wählen, wenn Sie wissen, wie warm Ihr Schlafzimmer im Winter wirklich ist. Häufig werden etwa 16 bis 18 Grad als angenehme Schlaftemperatur empfohlen. Wer das Schlafzimmer kaum heizt oder nachts das Fenster gekippt lässt, braucht eine deutlich wärmere Decke als jemand, dessen Schlafraum über der Wohnküche liegt und von unten mitgeheizt wird. Legen Sie für ein paar Nächte ein einfaches Thermometer auf den Nachttisch. Der Blick morgens um sechs sagt mehr als jede Produktbeschreibung.
Wärmestufen lesen, ohne sich verwirren zu lassen
Eine einheitliche Norm für Wärmeklassen gibt es nicht. Manche Hersteller zählen von eins bis fünf, andere schreiben leicht, mittel, warm und extra warm. Vergleichen Sie deshalb Decken am besten innerhalb eines Herstellers und achten Sie zusätzlich auf Füllgewicht und Füllmaterial:
- Daunen und Federn: sehr leicht bei hoher Wärme, gut für Menschen, die schnell frieren. Eine Kassettensteppung verhindert, dass die Füllung verrutscht.
- Synthetische Faserfüllung: bei höheren Temperaturen waschbar und daher oft die bessere Wahl bei einer Hausstauballergie.
- Schurwolle oder Kamelhaar: gleicht Feuchtigkeit gut aus, eher mittlere Wärme, angenehm für Menschen, die nachts schwitzen.
- Baumwolle oder Leinen: eher für die Übergangszeit und für gut beheizte Räume.
Die Vier-Jahreszeiten-Decke als Kompromiss
Wenn Sie sich nicht festlegen möchten, ist eine Vier-Jahreszeiten-Decke eine gute Lösung. Sie besteht aus einer leichten und einer etwas wärmeren Decke, die sich mit Druckknöpfen oder Bändern verbinden lassen. Im Frühherbst nutzen Sie die wärmere allein, im Hochwinter beide zusammen, im Sommer nur die dünne. Der Nachteil: Zusammengeknöpft wirkt das Paket etwas steifer und schmiegt sich weniger an als eine einzelne, gut gefüllte Winterdecke.
Kleine Handgriffe für ein besseres Schlafklima
Auch die beste Decke hilft wenig, wenn die Luft im Schlafzimmer nicht stimmt. In der Heizsaison sammelt sich über Nacht Feuchtigkeit im Raum, und an kalten Außenwänden steigt in schlecht gelüfteten Zimmern das Schimmelrisiko. Lüften Sie morgens einige Minuten quer, statt das Fenster dauerhaft zu kippen, und schlagen Sie die Decke nach dem Aufstehen zurück, damit Feuchtigkeit aus Decke und Matratze entweichen kann. Die Sommerdecke sollte vor dem Einlagern gewaschen oder zumindest gründlich gelüftet werden. Danach kommt sie in einen atmungsaktiven Baumwollbeutel statt in eine Plastiktüte.
Und wenn Sie Ihre Winterdecke schon viele Jahre nutzen: Drücken Sie sie einmal flach zusammen und lassen Sie los. Füllt sie sich nur zögerlich wieder auf oder spüren Sie Klumpen, ist die Isolierwirkung spürbar gesunken. Dann lohnt sich ein Blick auf eine neue Decke, bevor die richtig kalten Nächte kommen.